1. Welchen Vorteil bringt mir eine Teilnahme an gut beraten

  • gut beraten unterstützt Sie dabei, Ihre gesetzliche Weiterbildungsverpflichtung zu erfüllen.
  • gut beraten dokumentiert Ihre Bildungszeiten, die Sie bei den akkreditierten Bildungsdienstleistern absolvieren. Die akkreditieren Bildungsdienstleister weisen durch ein Audit nach, dass sie die Qualitätsanforderungen erfüllen. Darauf können Sie sich verlassen.
  • Die Anforderungen des Gesetzgebers aus der IDD (Umsetzungsgesetz und Versicherungsvermittlungsverordnung (VersVermV) sind bei gut beraten vollständig erfüllt.
  • Sie erhalten automatisch Ihren Nachweis per Mail, sobald Sie die gesetzlichen Anforderung von 15 Stunden Weiterbildung im Jahr erreicht haben (gut beraten Bescheinigung).
  • Sie wollen Ihre Professionalität unterstreichen? Sie erfüllen nicht nur das gesetzliche Minimum von 15 Stunden, sondern den Branchenstandard von 30 Stunden? Dann erhalten Sie automatisch das hochwertige gut beraten-Zertifikat.
  • gut beraten setzt Zeichen für einen hochwertigen Versicherungsvertrieb gegenüber der Politik. Das schafft Vertrauen – Sie sind ein Unterstützer dieser Initiative und machen die Branche stärker.
  • Die Anforderungen der EU-Datenschutzgrundverordnung sind selbstverständlich durch gut beraten berücksichtigt.
  • Wir unterstützen Sie! Unsere Kolleginnen und Kollegen im Support sind für Sie da – bei allen Belangen rund um die Weiterbildung im Versicherungsvertrieb. Sie erreichen uns unter 089 922001-850.

 


2. Welcher Weiterbildungsumfang gilt nun – 30 Stunden oder 15 Stunden?  

Beide!

Der Gesetzgeber verlangt den Nachweis über 15 Stunden Weiterbildung im Jahr als Minimum. Dies ist der europaweite Mindeststandard. Erreichen Sie als vertrieblich Tätiger die gesetzliche Mindestvorgabe von 15 Stunden Weiterbildung im laufenden Kalenderjahr, so erhalten Sie automatisch aus der WBD eine gut beraten Bescheinigung, die als Nachweis der erfüllten Weiterbildungsverpflichtung gegenüber den Aufsichtsbehörden (IHK bzw. BaFin), gegenüber Ihrem Arbeitgeber oder dem Versicherungsunternehmen gültig ist.

Weil Versicherungsvermittlung eine anspruchsvolle Aufgabe für Profis ist, haben sich die Verbände der Versicherungswirtschaft in Deutschland darauf verständigt: Für uns gelten mindestens 30 Stunden Weiterbildung im Jahr als angemessen. Alle diejenigen, die den freiwilligen Branchenstandard von gut beraten erfüllen und 30 Weiterbildungsstunden in einem Kalenderjahr erreichen, erhalten ein gut beraten Zertifikat. Mit diesem Zertifikat deklarieren Sie Ihren professionellen Anspruch.


3. Was wird aus meinen Weiterbildungspunkten, die ich schon gesammelt habe – verfallen diese?

Die bisher im gut beraten System gesammelten Weiterbildungspunkte (respektive Bildungszeit) bleiben erhalten. Sie werden Ihnen für Ihr 5-Jahreszertifikat nach den freiwilligen gut beraten Standards angerechnet.

Bereits ausgestellte Weiterbildungsausweise und Jahreszertifikate (nach Altsystem) werden über das Bildungskonto des Kontoinhabers als Nachweishistorie weiterhin abrufbar sein.


4. Wer ist nach Umsetzung der IDD in deutsches Recht zur Weiterbildung verpflichtet?

Artikel 2 Abs. 1 Nr. 1 der Richtlinie (EU) 2016/97 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Januar 2016 über Versicherungsvertrieb (Neufassung) (Insurance Distribution Directive, kurz IDD) besagt:

Versicherungsvertrieb bezeichnet die Beratung, das Vorschlagen oder Durchführen anderer Vorbereitungsarbeiten zum Abschließen von Versicherungsverträgen, das Abschließen von Versicherungsverträgen oder das Mitwirken bei deren Verwaltung und Erfüllung, insbesondere im Schadensfall, einschließlich der Bereitstellung von Informationen über einen oder mehrere Versicherungsverträge aufgrund von Kriterien, die ein Kunde über eine Website oder andere Medien wählt, sowie die Erstellung einer Rangliste von Versicherungsprodukten, einschließlich eines Preis- und Produktvergleichs, oder ein Rabatt auf den Preis eines Versicherungsvertrags, wenn der Kunde einen Versicherungsvertrag direkt oder indirekt über eine Website oder ein anderes Medium abschließen kann.

Mit dem Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2016/97 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Januar 2016 über Versicherungsvertrieb und zur Änderung weiterer Gesetze (Drucksache 533/17) vom 30.06.17, das am 23. Februar 2018 in Kraft treten wird, wurden vom deutschen Gesetzgeber die notwendigen gesetzlichen Änderungen in der Gewerbeordnung sowie im Versicherungsvertrags- und im Versicherungsaufsichtsgesetz vorgenommen:

Zusätzlich zur bekannten Zielgruppe der Versicherungsvermittler werden zukünftig auch die unmittelbar oder maßgeblich am Versicherungsvertrieb beteiligten Personen des Innendienstes von Vermittlerbetrieben von der Weiterbildungsverpflichtung betroffen sein. Die Leitungspersonen eines Versicherungsunternehmens unterliegen ebenfalls der Weiterbildungsverpflichtung.

Betroffen sind die Angestellten am point of sale /point of advice, die Kundenkontakt haben und eine Empfehlung zu einer materiell-rechtlichen Änderung des bestehenden Versicherungsvertrages oder zu einem Neuabschluss abgeben (z. B. Aufnahme eines neuen Risikos, cross-, up- und down-selling)1.

Die folgenden Personengruppen unterliegen der gesetzlichen Weiterbildungspflicht

Ausschließlichkeitsvermittler:
Versicherungsvermittler nach § 34d Abs. 1, Nr. 1 GewO

Angestellter Außendienst:
Angestellte eines Versicherungsunternehmens/Werbeaußendienst
nach § 17 Abs. 3 MTV

Makler:
Versicherungsmakler nach § 34d Abs. 1, Nr. 2 GewO

Mehrfachagent:
Versicherungsvertreter mehrerer Versicherungsunternehmen
nach § 34d Abs. 1, Nr. 1 GewO

Versicherungsberater:
Versicherungsberater nach § 34d Abs. 2 GewO

Mitarbeiter eines Vermittlers:
Mitarbeiter eines VU oder Vermittlerbetriebs (auch Sparkassen / Banken)
nach § 34d Abs. 9 GewO und § 48 VAG

Vertrieblich Tätige eines Versicherungsunternehmens (Innendienst/Service Center):
Unmittelbar oder maßgeblich am Versicherungsbetrieb beteiligte Angestellte eines Versicherungsunternehmens nach § 48 Abs. 2 VAG

Leitungsperson:
Leitungspersonen nach § 34d Abs. 9 Satz 2 GewO und § 48 Abs. 2 VAG


5. Sind Teilzeitmitarbeiter bzw. geringfügig Beschäftigte auch im vollen Umfang zur Weiterbildung verpflichtet?

Auch Teilzeit- und geringfügig Beschäftigte unterliegen der vollen Weiterbildungsverpflichtung. Der Entwurf der VersVermV vom 27.06.2018  sieht keine Reduzierung vor (siehe Begründung B Besonderer Teil zu Artikel 1 (Versicherungsvermittlerverordnung) zu § 7 Weiterbildung Abs. 8 und § 34d Abs. 9 Satz 2 GewO).


6. Welche Regelungen gibt es bei Unterbrechungen (Elternzeit, Krankheit etc.)?

Der Entwurf der Versicherungsvermittlerverordnung (VersVermV-E) sieht vor, dass diejenigen, die innerhalb eines Kalenderjahres weiterbildungspflichtige Tätigkeiten ausüben, sich in einem Umfang von 15 Stunden weiterbilden müssen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Tätigkeit während des gesamten Kalenderjahres oder nur für einige Monate innerhalb eines Kalenderjahres ausgeübt wurde.

Ausnahmen und Befreiungen von der Weiterbildungspflicht sind weder in der IDD noch im Gesetz vorgesehen.

Wer allerdings z.B. wegen einer Elternzeit im gesamten Kalenderjahr keine weiterbildungspflichtigen Tätigkeiten ausübt, unterliegt nicht der Weiterbildungspflicht.

Siehe dazu den Entwurf der VersVermV vom 27.06.2018 (Begründung B Besonderer Teil zu Artikel 1 VersVermV: zu § 7 Weiterbildung Abs. 8).


7. Welche Konsequenzen drohen bei Nichterfüllung der Weiterbildungspflicht? 

Der Entwurf der Versicherungsvermittlerverordnung (VersVermV-E) vom 27.06.2018 sieht in der Begründung B Besonderer Teil zu Artikel 1 VersVermV-E in § 26 vor, dass Verstöße gegen die Pflicht, Nachweise und Unterlagen über die Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen aufzubewahren sowie nach Aufforderung eine Erklärung über die Erfüllung der Weiterbildungspflicht abzugeben (§ 7 Absatz 2 Satz 3 und Absatz 3 Satz 1) als Ordnungswidrigkeit geahndet werden können.


8. Müssen für das Jahr 2018 auch 15 Weiterbildungsstunden geleistet werden?  

Der Entwurf der Versicherungsvermittlerverordnung (VersVermV-E) vom 27.06.2018 sieht eine Weiterbildungsverpflichtung für das Jahr 2018 in einem Umfang von 15 Stunden vor (siehe Begründung B Besonderer Teil zu Artikel 1 VersVermV-E: zu § 7 Weiterbildung Abs. 1).


9. Sind Personen in der Leitungsstruktur von der Weiterbildungspflicht nach IDD betroffen?  

Nach IDD müssen sich Personen innerhalb der Leitungsstruktur eines Versicherungsunternehmens oder -vermittlers, die für den Versicherungsvertrieb verantwortlich sind, sowie alle anderen direkt am Versicherungsvertrieb mitwirkenden Personen regelmäßig weiterbilden.

§ 48 Abs. 2 Satz 1 VAG stellt darauf ab, dass die unmittelbar oder maßgeblich am Versicherungsvertrieb beteiligten Angestellten der Versicherungsunternehmen u. a. über die zur Vermittlung der jeweiligen Versicherung angemessene Qualifikation verfügen und sich regelmäßig fortbilden.

Maßgeblich am Versicherungsvertrieb Beteiligte sind neben dem  Vertriebsvorstand diejenigen Personen in der Leitungsstruktur des Unternehmens, die erheblichen und gestaltenden Einfluss auf den Versicherungsvertrieb im Sinne § 7 Nr. 34 a VAG haben.

Nicht maßgeblich in diesem Sinne sind Personen der Leitungsstruktur, welche die Vorgaben des Unternehmens lediglich umsetzen.2


1 Vgl hierzu den vom GDV unter Mitwirkung des AGV erstellten Katalog: Fragen und Antworten zur Umsetzung der IDD (Version 1.0) vom 7. Juli 2017, Nr. 15, S. 22. Nach persönlichem Login einsehbar unter https://www.agv-vers.de/publikationen/rundschreiben/ar-arbeitgeber-rundschreiben/agr-archiv/agr-2017/agr-28-2017/artikel/idd-umsetzung-faq-katalog-erschienen.html?no_cache=1&cHash=e5e957ab168286cf139b1cd82dd3b62e

2 Vgl hierzu den vom GDV unter Mitwirkung des AGV erstellten Katalog: Fragen und Antworten zur Umsetzung der IDD (Version 1.0) vom 7. Juli 2017, Nr. 88, S. 52. Nach persönlichem Login einsehbar unter https://www.agv-vers.de/publikationen/rundschreiben/ar-arbeitgeber-rundschreiben/agr-archiv/agr-2017/agr-28-2017/artikel/idd-umsetzung-faq-katalog-erschienen.html?no_cache=1&cHash=e5e957ab168286cf139b1cd82dd3b62e